Mimicry

SONCK (MEX) x SEONE

Dieses Wandbild ist das Ergebnis einer intensiven, zweitägigen Zusammenarbeit, die spontan und ohne Vorbereitung aus gegenseitigem Vertrauen entstand. Es vereint zwei künstlerische Handschriften wie tektonische Platten, verbunden durch eine grenzenlose Leidenschaft für Street Art als globales Phänomen.

Die Komposition löst bewusst Perspektive und Logik auf und schafft eine eigene poetische Welt, in der ein Reiher, gemalte Vorhänge und eine zentrale Zündschnur als Symbol des Widerstands koexistieren. Getragen von intuitiven Entscheidungen trotz Sprachbarrieren, thematisiert das Werk mit dem Tag „Mimikry“ auch Strategien der Anpassung und Tarnung. Es zeigt, was möglich wird, wenn man Kontrolle loslässt und der kreativen Freiheit vertraut.

Das Projekt entstand bei Minusgraden, ohne Pausen und mit maximalem Fokus. Zwei Tage lang arbeitete man konzentriert und kompromisslos. Jeder in seiner eigenen Welt und gleichzeitig vollkommen synchron.

Die Bildfläche ist in zwei deutlich voneinander getrennte Zonen unterteilt, die jeweils eine eigenständige künstlerische Ausdrucksform zeigen, jedoch durch eine übereinstimmende Grundgesinnung zusammengehalten werden. 

Einerseits fliessen architektonische Gegebenheiten des Ortes als gemalte Draperien in die Arbeit ein, andererseits steht ein Reiher als isoliertes, rein poetisches Motiv. Die Verständigung erfolgte trotz unterschiedlicher Sprachen fast wie von selbst, basierend auf einem instinktiven Einverständnis.

Ein verbindendes Detail ist eine Zündschnur. Sie wandelt die ursprüngliche Idee eines stummen Schnabels um und wird zu einer Aussage über das Recht auf Widerstand und Artikulation in allen Bereichen. Diese bewusste Loslösung von Konventionen ist fundamental für das Werk.

Statt einer Signatur trägt es das Wort „Mimikry“, welches das zentrale Thema der Anpassung und des Annehmens fremder Identitäten aufgreift: ein Prinzip aus der Natur, das auch im urbanen Kontext als Überlebens- und Ausdrucksstrategie dient.